AktuellesForschung & LehrePatienten & FamilieFachkreise

Fragen & Antworten

  Antworten für Konduktorinnen





Spielt der Konduktorinnenstatus bei mir als Seniorin noch eine Rolle ?


Wenn Sie Konduktorin sind, oder glauben Konduktorin zu sein, sollten auch Sie sich unbedingt vor einem operativen Eingriff in einer Gerinnungsambulanz oder einem Hämophiliezentrum untersuchen lassen. Gerade ältere Frauen haben gelegentlich wieder eine stärkere Blutungsneigung. Auch wenn frühere Eingriffe komplikationslos verlaufen sind, können besonders in diesem Lebensabschnitt Blutungen auftreten. Gerade jetzt werden auch häufiger operative Eingriffe, wie z.B. Gallenblasenoperationen, Bandscheibenchirurgie, Gynäkologische Eingriffe, Zähne ziehen lassen, Zahn-Implantate, usw. erforderlich. Auch bei Ihnen sollte nicht nur die klassische Konduktorinnendiagnostik, sondern immer eine komplette Gerinnungsanalyse durchgeführt werden.
Wenn Sie die Hämophilie an Ihre Kinder oder Enkelkinder weitervererbt  haben, ist es auch für Sie wichtig, sich mit der Krankheit weiter zu beschäftigen, da erfahrungsgemäß die emotionale Bindung gerade an die Enkelkinder sehr groß ist. Die Hämophilie hat durch moderne Behandlungsverfahren sicher einen großen Teil Ihres Schreckens verloren. Schwerste, nicht behandelbare Blutungen, wie Sie diese früher bei Ihrem Sohn oder Ihrem Bruder erlebt haben, treten heutzutage in der Regel in der Stärke nicht mehr auf, wenn die Erkrankung bekannt ist. Diese Blutungen lassen sich inzwischen gut durch die Gabe von Faktorenkonzentraten stillen. Auch die Sicherheit der Faktorpräparate erlaubt den Patienten heute ein nahezu normales Leben mit der Erkrankung.